Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Reflektion — Lernen, aus Widrigkeiten zu wachsen

von Akong Rinpoche

Wie begrüße ich alles, was ich im Leben treffe, anstatt Negativität zu erzeugen? 

Meistens betrachten wir Widrigkeiten als ein Problem oder ein Unglück, das außerhalb unserer Kontrolle liegt. Wenn wir also auf Schwierigkeiten im Leben stoßen, sind unsere Reaktionen tendenziell negativ. Dies erhöht unser Leiden und führt zu einem Ungleichgewicht in unseren Gedanken. Erkennen wir, dass wir aus Schwierigkeiten lernen können, können wir alles, was wir im Leben treffen, begrüßen, daraus lernen und das Gleichgewicht unseres Geistes stärken.

Wir alle haben Stärken und Schwächen und unsere Fehler sind die Quelle unserer Schwierigkeiten im Leben. Wenn wir uns befreien und das Gleichgewicht wiederherstellen wollen, müssen wir die Existenz dieser Schwächen entdecken und akzeptieren und unsere Art, mit ihnen umzugehen, verändern.

Entwickle einen kontemplativen Ansatz. Lerne, zu sitzen und zu beobachten, was in dir geschieht. Zum Beispiel reden die Leute über dich oder tratschen über andere, vielleicht geschieht es im Büro oder am Arbeitsplatz. Normalerweise werden Menschen verletzt, wütend und verteidigen sich, wenn dies passiert. Denke jetzt daran, dass alle Geräusche wie ein Echo sind – nicht fest und solide.

Jetzt ändere deine Einstellung: „Oh, das ist sehr hilfreich. Meine Schwächen sind die Ursache meiner Schwierigkeiten, und jetzt werde ich auf sie hingewiesen. Sie sind also nicht mehr versteckt.” Dies ist eine gute Gelegenheit und ein möglicher Grund zum Glück! Wenn wir diesen Ansatz wählen, wird alles, was uns im Leben passiert, zu einer Gelegenheit, zu lernen und zu wachsen.

Lerne als nächstes transparent zu sein und du kannst darüber nachdenken, wie du bist und wie du dein Leben gelebt hast. Meistens wollen wir dabei unsere Fehler und unsere negativen Seiten verbergen. Stattdessen können wir ehrlich werden. Gebe deine Schwächen offen zu, erkenne Fehler an, und sei offen in Bezug auf dich selbst. Versuche nicht, einen guten Eindruck zu hinterlassen, indem du die schlechten Seiten verbirgst. Tu dies mit dem Verständnis, dass es ein Training ist, um zu wachsen und frei zu sein.

Nach und nach können wir jedes Gefühl von Schuld, Selbstbestrafung, Versagen oder dass etwas mit uns nicht stimmt, überwinden.

Das das Gute in anderen sehen.

Wenn du mit anderen Menschen zusammenkommst, versuche, das Positive und Gute in ihnen zu sehen, nicht die negative und schlechte Seite. Wenn du über andere oder dich selbst sprechen musst, folge demselben Prinzip. Spreche über die guten Eigenschaften anderer und decke deine eigenen Schwächen und Fehler auf. Wenn du dies tust, haben die Leute nichts mehr zu klatschen, und du wirst vielleicht feststellen, dass sie nicht so viel reden!

Trainiere ständig und jeden Tag

Lerne die ganze Zeit, um alle Erfahrungen zu begrüßen, die dir begegnen, egal, ob sie gut oder schlecht sind: Erkenne, dass du aus allem lernen kannst. Zum Beispiel: wenn dich jemand verärgert, kannst du diesem Menschen gegenüber dankbar sein und denken: „Dadurch werde ich Geduld entwickeln.“

Jeder negative Umstand bietet dir die Möglichkeit, dich zu verbessern, egal ob es sich um etwas handelt, das äußerlich geschieht, oder um das Entstehen deiner eigenen negativen oder positiven Gedanken. Du trainierst also nicht nur für ein paar Tage, sondern die ganze Zeit und entwickelst eine neue Lebenseinstellung: „Was auch immer mir das Leben bietet, ich begrüße es.” Ob negativ oder positiv, ich begrüße es, weil ich lernen kann, daraus zu wachsen. Ich kann lernen, aus Widrigkeiten zu wachsen. ‚

Auf diese Weise schwächen wir die Tendenz des Geistes, sich auf das Negative zu konzentrieren und das Positive zu ignorieren. Unser Geist wird ausgeglichener und glücklicher.

  • Teaching angelegt von Stephan
  • letzte Bearbeitung am: 31. März 2024