Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Im Folgenden eine Übung, um mit Unsicherheit zu arbeiten

von S. Santorelli  aus dem Buch: „Zerbrochen und doch ganz“

Wir versuchen im Leben feste Lebensgrundlagen aufzubauen, Plätze oder Situationen, die uns Sicherheit vermitteln. Aber vielleicht gibt es sie gar nicht, und wir verlieren einen großen Teil des Lebens mit der Anstrengung,  diese Sicherheiten aufzubauen und zu erhalten.

In dieser Übung geben wir uns in den unendlichen Augenblicken jeden Tages, den Raum, unsere Vorstellung von Festigkeit und Sicherheit zu erforschen und folgende Aspekte zu beobachten:

Wir nehmen wahr, wieviel Zeit wir mit dem Versuch verbringen, Dauerhaftigkeit aufzubauen.

Wann versuchen wir in Begegnungen, Beziehungen, Situationen die bekannte, gewohnte Welt zu schaffen, zu konsolidieren?

Erzeugt das Spannung? Mehr oder weniger Härte? Mehr oder weniger Freude?

Wir nehmen dabei wahr, was sich im Körper abspielt und was in unserem Geist geschieht, wie es ihn trübt, wenn wir Festhalten an Vorstellungen, Situationen, Menschen, Orten, die uns Sicherheit vermitteln sollen.

Experimentieren im Labor des Lebens:

Was könnte passieren, wenn wir versuchen, auf den Wellen des Lebens zu reiten, anstatt zu versuchen, an dem illusorischen Zustand von Stabilität festzuhalten?

Vielleicht können wir ungeahnte Schätze entdecken im riesigen Netzwerk des Lebens, gerade dann, wenn wir uns öffnen für das, was wir ansonsten als Unsicherheit bezeichnen.

  • Teaching angelegt von Stephan
  • letzte Bearbeitung am: 31. März 2024