Der Buddha in uns – Meditation
aus „Den Tiger zähmen“ von Akong Rinpoche
In dieser Übung ist »Buddha« Symbol für den erwachten Geisteszustand, für völlige Bewusstheit und vollkommene Weisheit, verbunden mit umfassendem Mitgefühl. Wer irgendwelche Widerstände oder Probleme damit hat, sich den Buddha vorzustellen, kann auch eine Kugel aus reinem, goldenem Licht als Symbol für diese Eigenschaften visualisieren, d.h. für Erwachtheit, Mitgefühl und vollständige Reinheit des Geistes.
Die Übung
- Die Grundlage
Vergewissert euch, dass eure Haltung aufrecht ist, und stellt euch dann eine aufgerichtete gelbe Lotosblüte im Zentrum eures Körpers vor.
Visualisiert eine Röhre, die an eurem Scheitel beginnt (da, wo die Haare einen Wirbel bilden). Der obere Teil der Röhre ist wie ein großer Trichter geformt; er ist weit geöffnet. Die Röhre senkt sich in euren Körper hinein und endet im Herzen der Lotosblüte. Sie hat keine bestimmte Farbe. - Die Einladung
Stellt euch direkt über der Öffnung des Trichters einen wunderschönen goldenen Buddha aus Licht vor oder eine Kugel aus goldenem Licht in beliebiger Größe. Fühlt und seht, wie euer Körper immer mehr seine Festigkeit verliert, wie er immer offener und durchlässiger wird. - Das Herabsinken
Bringt die wunderschöne, durchsichtige Buddha-Gestalt oder die Kugel durch den Trichter hinunter zum Zentrum eures Körpers ins Herz der Lotosblüte. Stellt euch weder die goldene Lichtgestalt noch euren Körper fest und undurchlässig vor. - Entspannung
Führt die Entspannungs-Meditation durch. Lasst euren Geist ausruhen. Lasst Gedanken, Gefühle und Vorstellungen in einem leichten Fluss kommen und gehen. Denkt darüber nach, dass die Essenz von Erwachtheit und Mitgefühl jetzt in euch und in allem um euch herum ist. Es gibt keine undurchlässigen, festen Körperteile oder Organe, keine Schmerzen und keine Spannungen mehr. Alles darf sich gelassen in einen friedvollen Geisteszustand hinein auflösen.
Akong Rinpoche empfiehlt in seinem Buch, die Meditation 45 Minuten lang und die Entspannung im Anschluss eine Stunde lang auszuführen, sofern man dem stufenweisen Aufbau der Übungen im Buch folgt. Wer weniger Zeit hat, kann sie auch kürzer machen.
Zwei Fragen an Akong Rinpoche
F: Wo soll man sich das Zentrum des Körpers genau vorstellen?
A: Im allgemeinen ist damit die Herzregion gemeint, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit. Es hängt davon ab, wo eurem Empfinden nach euer Körperzentrum liegt.
F: Wenn ich die Form des Buddha in meinem Geist nicht wirklich sehen kann, reicht dann das Gefühl, dass er da ist?
A : Ja, unser Ziel ist es, einen Ort für das grundlegend Gute unseres Geistes zu finden — die genaue Form ist zweitrangig.