Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Kleines Dharma-Lexikon  

Im Folgenden erklären wir verschiedene Begriffe, die vor allem für Dharma-Neulinge nicht selbstverständlich klar sind.

Buddha

Im Allgemeinen bedeutet Buddha «Erwachter», jemand, der aus dem Schlaf der Unwissenheit aufgewacht ist und die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind. Ein Buddha ist ein Wesen, das vollkommen frei von allen Fehlern und geistigen Behinderungen ist. Er hat alle negativen Emotionen und Konditionierungen endgültig überwunden und sein Potential an Weisheit und Mitgefühl vollständig verwirklicht. Es gibt viele Wesen, die in der Vergangenheit Buddhas geworden sind, und es gibt viele, die in der Zukunft Buddhas werden. Der Buddha unserer Zeit ist der historische Buddha Shakyamuni, der vierte von insgesamt 1.000 Buddhas dieses Zeitalters.

Dharma

Die buddhistische Lehre. Man unterscheidet den Dharma der Belehrungen – die so genannten Drei Körbe, – und den Dharma der Verwirklichung – die drei Arten von Training, nämlich richtiges Verhalten, Meditation und Weisheit. Von den weiteren Bedeutungen dieses Begriffs ist „Phänomene“ der wichtigste. Kombiniert man die beiden Hauptbedeutungen, so versteht man unter Dharma ganz allgemein die Lehre Buddhas. Wörtlich übersetzt, bedeutet Dharma „Wie die Dinge sind“ oder „Das, was wahr ist“.

Sangha

Gemeinschaft der Praktizierenden der Lehre des Buddha; wird unterschieden in die noch nicht verwirklichten und die bereits verwirklichten Praktizierenden. Gemäß der Vinaya-Tradition jede Gemeinschaft von vier oder mehr vollordinierten Mönchen oder Nonnen. Im Allgemeinen können auch Ordinierte oder Laien, die die Bodhisattva- oder tantrischen Gelübde abgelegt haben, als Sangha bezeichnet werden.

Samsara

Geburt und Tod in den verschiedenen Daseinsbereichen. Entsteht aus Unwissenheit über die wirkliche Natur der Dinge und ist charakterisiert durch verschiedene Arten von Leid. Im Kreislauf von Samsara sind wir getrieben von Anhaftung und Abneigung und unser Glück oder Unglück sind abhängig von anderen oder äußeren Umständen.

Karma

Handlungen, das Gesetz von Ursache und Wirkung. Alle körperlichen, verbalen und geistigen Handlungen hinterlassen Eindrücke im Geist, deren Resultate wiederum in den Erfahrungen dieses und weiterer Leben heranreifen. Schädliche Handlungen bringen Leid, positive Glück. Ein Verständnis von Karma bedeutet, dass wir mit unseren Handlungen hier und jetzt unsere eigene Zukunft bewusst bestimmen können.

Nirvana

allgemein Befreiung vom Leiden im Kreislauf der Existenz (einseitiges Nirvana), speziell im Mahayana der Zustand vollkommener Buddhaschaft (Parinirvana). Nirvana ist ein buddhistischer Schlüsselbegriff, der den Austritt aus dem Samsara, dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten durch Erwachen bezeichnet. Das Wort bedeutet „Erlöschen“ (wörtlich „verwehen“, von einigen Buddhisten auch aufgefasst als „erfassen“ im Sinne von verstehen) Sinne des Endes aller mit falschen persönlichen Vorstellungen vom Dasein verbundenen Faktoren wie Ich-Sucht, Gier, Anhaften.

Paramita

wörtlich „Vollkommenheiten“, befreiende Handlungen eines Bodhisattvas, Vollendung der Qualitäten auf den Bodhisattva-Stufen. Meistens werden die folgenden sechs genannt: Freigebigkeit, richtiges Verhalten, Geduld, Fleiß, meditative Konzentration und Weisheit.    

Sadhana

ist ein Sanskrit-Begriff und bedeutet: Mittel für Vervollkommnung, er wird auf jede spirituelle Methode angewendet, die der Lehrer einem Schüler empfiehlt. Eine tibetische Sadhana ist normalerweise eine Gottheiten-Praxis mit verschiedenen Stufen von Zuflucht, Bodhicitta, Aufbau der Visualisation, Einladung der Gottheit, Opfergaben, Mantra-Praxis, Widmung etc.  

Skandha

(Deutsch: Anhäufung) Die fünf Skandhas sind im Einzelnen die Empfindungen des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Geistesformationen und schließlich das Bewusstsein. Die Skandhas werden auch Gruppen der Anhaftung, Aggregate, Daseins- oder Aneignungsgruppen oder Zusammenhäufungen genannt.    

Bodhisattvas

sind Menschen, die durch die edle Motivation des Mitgefühls beschließen, Erleuchtung zu erlangen, zum Wohle aller Wesen. Sie machen es sich zur Lebensaufgabe, für das Wohl anderer zu sorgen. Durch das Erkennen des eigenen Leidens und der eigenen Probleme, erkennen sie, dass es allen anderen Lebewesen genauso geht. Aus dem Gefühl der Verbundenheit mit allen Wesen heraus, beschließen die Bodhisattvas, so vollkommen wie möglich Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln, um allen Lebewesen auf die reinste und beste Weise helfen zu können. Im Vers 10 lernen wir, dass das Reflektieren über die Güte und Liebe der Mutter und die Freundlichkeit anderer Menschen ein Hilfsmittel ist, um Dankbarkeit, Herzensgüte und Liebe, in uns wachsen zu lassen.  

  • Teaching angelegt von Stephan
  • letzte Bearbeitung am: 30. März 2024