Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Gedanken zu Samsara aus der Meditationsgruppe am Donnerstag (Sonjas Aha-Erlebnis)

Samsara ist kein anderer Ort, an den wir uns begeben oder ein Ort, den wir verlassen können, sondern der Zustand unseres Geistes. Samsara ist die Angst, dass wir erleben müssen, was uns Schwierigkeiten und Angst macht, es ist all unser Anhaften, all unsere Abneigung. Die fünf störenden Gefühle (Kleshas) machen Samsara aus:

  • Anhaftung, Gier, Suchtverhalten;
  • Abneigung, Wut, Hass und Groll;
  • Unwissenheit, Dumpfheit, Depression;
  • Eifersucht, Neid, Konkurrenz;
  • Stolz, Überheblichkeit, Einsamkeit.

Man könnte also sagen, dass Samsara die Zusammenfassung aller unbefriedigenden Zustände ist, in denen wir Menschen leben. Sie sind abhängig von unseren sich ständig verändernden Bedürfnissen, Stimmungen, Gefühlen, Erlebnissen, die wir nicht unter Kontrolle haben, und die uns hin und her wirbeln im unaufhörlichen Auf und Ab des Lebens. Wenn wir uns aber nicht mit dieser Realität befassen, bleiben wir in Samsara gefangen! Meditation mit einem friedlichen Geist allein ändert an unserer Situation nichts, wohl aber das genaue Hinsehen und die Reflexion, denn diese können als Basis für eine Veränderung dienen.

Statt die Kleshas zu unterdrücken, sollten wir sie genau untersuchen, und versuchen, ihre Auswirkungen auf uns und andere zu erkennen. Nur wenn wir die störenden Gefühle kennen, können wir zu den geeigneten Gegenmitteln greifen. Und so gesehen sind die Kleshas in ihrer Essenz auch Weisheit. Durch die Erkenntnis der Geistesgifte und der Arbeit damit, können wir das Leid an der Wurzel abtrennen.      

  • Teaching angelegt von Stephan
  • letzte Bearbeitung am: 21. Juli 2024