Essenzielle Nahrung von Thich Nhat Hanh
Achtsam sprechen – achtsam zuhören: Die Kunst der bewussten Kommunikation von Thich Nhat Hanh
Nichts und niemand kann ohne Nahrung überleben. Alles, was wir zu uns nehmen, wirkt entweder heilend oder schadet uns. Wir glauben, Nahrung sei nur das, was wir mit dem Mund aufnehmen, doch auch das, was wir durch die Augen und Ohren, unsere Nase, unsere Zunge und unseren Körper aufnehmen, ist Nahrung.
Die Frage ist: Nehmen wir die Art von Nahrung zu uns, und schaffen wir solche Nahrung, die für uns gesund ist und uns wachsen lässt? Wenn wir etwas sagen, das uns nährt und den Menschen in unserer Nähe gut tut, dann stärken wir Liebe und Mitgefühl. Wenn wir in einer Weise sprechen und handeln, die Spannung und Ärger zu Folge hat, dann nähren wir Gewalt und Leid. Aus unserer Umgebung und aus dem, was wir sehen und lesen, nehmen wir oft Schädliches auf. Alles, was unser Verständnis und Mitgefühl stärkt, ist gute Nahrung.
Doch häufig empfangen wir Eindrücke, durch dir wir uns schlecht oder unsicher fühlen oder die bewirken, dass wir über andere abwertend urteilen. Wir können unsere Kommunikation als eine Art Nahrung und Konsum betrachten. Das Internet ist ein Ort des Konsums und voll von Nährstoffen, die sowohl gesund, als auch ungesund sind. Es ist so einfach, sich innerhalb von Minuten Online vieles einzuverleiben. Das bedeutet nicht, das wir das Internet nicht nutzen sollen, doch wir sollten aufmerksam darauf achten, was wir lesen und uns anschauen. Was wir lesen oder schreiben, kann eine heilende Wirkung haben. Deshalb sollten wir, auch hier darauf achten, was wir konsumieren.
Schreiben wir eine E-Mail oder einen Brief, der von Verständnis und Mitgefühl zeugt, nähren wir uns während des Schreibens selbst. Auch wenn es nur eine kurze Nachricht ist, alles, was wir schreiben, kann für uns und für die andere Person wertwolle Nahrung sein.