Der Umgang mit Depression von Lama Zopa Rinpoche
Einige Impulse von Lama Zopa Rinpoche zum Umgang mit Depression
Bereite dich jeden Morgen vor und nimm dir fest vor, dich von der Situation nicht einfangen zu lassen. Die Entschlossenheit zu haben ist sehr wichtig, weil es Kraft und Mut gibt. Treffe die klare Entscheidung, Depression in Glück zu verwandeln. Wenn du dich während des Tages depressiv fühlst, denke sofort an den Entschluss und lasse dich nicht von der Situation überwältigen. Egal wie schlimm die Situation ist oder wie sehr sie als ernstes Problem angesehen wird, lasse es nicht zu, dass sie dein Leben trübt und dich depressiv macht. Nachdem du den Entschluss gefasst hast, bereite dich mental auf den Tag vor. Denke an Methoden, die du anwenden kannst, wenn du dich verärgert oder depressiv fühlst.
Zwei Methoden, die wir anwenden können:
Erinnere dich an Vergänglichkeit und Tod
Denke daran, dass der Tod eintreten wird, und es unklar ist, wann. Das Leben ist so kurz wie eine Minute oder Sekunde. Denke daran, dass wir nicht wissen, wann wir sterben werden. Denke die ganze Zeit über Vergänglichkeit nach. Wenn wir also aufwachen und am Leben sind, freuen wir uns, am Leben zu sein, und machen uns bewusst, wie froh und glücklich wir darüber sein können, und dass wir nicht wissen, ob wir heute sterben werden. Depression hängt mit Anhaftung zusammen, Anhaftung an das Selbst, an das Leben, an Menschen und Dinge und somit auch mit der Angst, nicht zu bekommen, was ich will. Der Gedanke, dass das Leben kurz ist und leicht aufhören könnte, hilft, das starke Festhalten und damit unsere Sorgen und Ängste zu verringern.
Erlebe Depression im Namen anderer
Dies ist der beste Weg, um eine Depression nützlich zu machen. Hier verwenden wir die Situation, um Mitgefühl zu erzeugen, indem wir die Depression in Glück umwandeln. Wir nutzen sie somit, anderen Glück zu bringen. Aufnehmen und Aussenden (Tonglen) Denke an das Leiden aller Wesen, die so viele sind und alle unterschiedliche Leiden haben. Erkenne, dass „ich nur eine Person bin, andere sind so viele, und wenn ich befreit bin, bin ich es nur. Es ist also viel besser, wenn ich Schwierigkeiten erlebe und andere frei davon sind.“ Diesen Gedanken zu entwickeln könnte unsere größte Entwicklung im Leben sein. Erzeuge liebevolle Güte gegenüber anderen und entwickle die Meditation, um das Leiden anderer anzunehmen, denn wir alle sitzen im selben Boot. Wenn du dich tagsüber deprimiert fühlst, denke sofort daran: „Ich kann es im Namen anderer erleben und ihnen das Leiden nehmen.“ Konzentriere dich auf das Atmen, versuche mit dem Einatmen das Leiden anderer und das eigene zu beseitigen, und schenke ihnen und dir selbst mit dem Ausatmen Glück und Freude. Dies kann auch auf andere Probleme wie Krankheit oder Schwierigkeiten im Leben angewendet werden.
Anmerkung: Dies ist keine umfassende Ansicht und Beschreibung von Depressionen. Es soll eine kleine Anregung sein, die vielleicht für den einen oder anderen hilfreich sein kann. Sicherlich gibt es Formen der Depression, auf die diese Erklärungen und Methoden nicht zutreffen und hilfreich sind, und die andere Formen der Therapie oder Behandlung brauchen.