Zeit
Manchmal denken die Menschen an Dharma als ein Ritual, etwas, das man mit seinem Körper und mit seiner Rede ausübt, oder als eine Art besondere Handlung mit einigen besonderen Aktivitäten. Diese Art der Dharma-Praxis findet gewöhnlich zu einer besonderen Zeit im Schreinraum oder Meditationsraum statt.
Aber wenn man genau hinsieht, ist der Dharma nicht nur das. Dharma ist kein Ritual, nicht etwas, das man nur mit seinem Körper oder seiner Sprache tut. Dharma ist tatsächlich etwas, das den Geist transformiert, etwas das deinen Geist verändern sollte. Wenn wir aggressiv oder wütend sind, versuchen wir zu verstehen, warum es nicht so sein sollte. Wir belehren uns selbst. Wir versuchen, uns zu ändern, und wir werden langsam weniger wütend. Oder wenn wir jemand sind, der sehr anhänglich ist und sich an andere klammert, dann tun wir etwas dagegen.
Wir verwandeln uns selbst. Wir transformieren uns von innen heraus und beginnen, die Kraft dieser Emotion abzuschwächen. Das ist es, was wir eigentlich mit Dharma-Praxis meinen. Bei dieser Art von Dharma-Praxis braucht man keine besondere Zeit. Man kann sie im Alltagsleben praktizieren. Man kann die Dharma-Praxis auch dann ausüben, wenn man bei der Arbeit ist.
Dharma ist etwas, bei dem du deine Denkweise, dein Streben, dein Handeln und Reagieren betrachtest und überprüfst, wie du diese ändern kannst, und wie du mit anderen Menschen in Kontakt kommen und ein Gefühl der Verbundenheit entwickeln kannst. All diese Aspekte untersuchst du und wirst dir bewusst wie du denkst und handelst. Diese Art von Praxis ist sehr wichtig.
S. H. XVII Karmapa Ogyen Trinley Dorje