Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Karmapa Chenno

Arya Kshema Dharma-Belehrungen, S. H.  17. Gyalwang Karmapa am 16. Februar 2021 

KARMAPA – Derjenige, der die Aktivität der Buddhas ausführt  

Jeder, der ein authentischer Guru ist und die Aktivität eines Buddhas ausübt, kann ‚Karmapa‘ [Derjenige, der die Aktivität der Buddhas durchführt] genannt werden. Aus diesem Grund denke ich, dass es in Ordnung ist, ‚Karmapa Chenno‘ als Bittgebet an alle Gurus zu rezitieren, wie es von Karma Chakme gelehrt wird. Mit diesem Mantra oder Gebet bitten wir um die Aufmerksamkeit und Hilfe der verwirklichten Lehrer. Es ist gut, sich diese Bedeutung vor Augen zu halten, wenn wir das Mantra „Karmapa Chenno“ rezitieren.

Anstatt an einzelne, ausgewählte Individuen der Karmapa-Linie zu denken, sollten wir stattdessen an alle Wurzel- und Linien-Gurus denken, an alle Gurus und spirituellen Freunde der Lehren des Buddhas, die die Aktivität des Buddhas vollenden. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht „Karmapa Chenno“ als Bittgebet an sie alle rezitieren können. Auszug aus den Arya Kshema Dharma-Belehrungen, von S. H. dem 17. Gyalwang Karmapa am 15. Februar 2021. Quelle: Samye Ling  

Der 17. Karmapa erzählte eine Geschichte über seine Freude, als er das erste Mal auf die gesammelten Werke von Mikyö Dorje stieß. Als er in Tibet war, befanden sich in den Bibliotheken des Potala, von Norbulingka und dem Drepung Nechung Kloster mehr als hundert alte Kagyu-Manuskripte und Texte. Die alten Texte stammten aus dem Tse Lhagang-Kloster in Kongpo, das sich am selben Ort wie die Schatzkammer der Karmapas befindet.

Laut der Autobiographie des großen fünften Dalai Lama wurden die Texte in die Region Ü gebracht, als dieses Kloster zerstört wurde. Viele dieser in Stoff eingewickelten Texte waren noch mit roten Wachsstempeln versiegelt, und waren seit 300 Jahren nicht mehr geöffnet und gelesen worden. Khenpo Loyak aus Tsurphu trug all diese alten Manuskripte zurück ins Kloster Tsurphu.

Karmapa teilte seine liebevolle Erinnerung an diese Erfahrung: „Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Tag, als die Texte nach Tsurphu gebracht wurden. Ich brachte ein Räucherstäbchen mit, um die Texte quasi willkommen zu heißen. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich den Weihrauch trug. Wir arrangierten Seidenstoffe auf einem Tisch und legten die Bücher darauf. Zu dieser Zeit stand ich neben dem Mönch Lagen Drupnam und er öffnete einen Band von Mikyö Dorjes gesammelten Werken. Die Texte wurden von Holzplatten und Lederriemen zusammengehalten. Als die Lederriemen gelöst wurden, fielen sie in viele Stücke auseinander, weil sie so alt waren. Wenn wir den Stoff, der den Text bedeckte, berührten, stiegen Staubwolken auf. Von außen betrachtet, hätte man meinen können, der Text im Inneren sei  zerfallen. Stattdessen leuchteten die Seiten. Der größte Teil des Textes war handgeschrieben, und wir waren so erfreut, ihn zu sehen, dass wir alle nach Luft schnappten und Freudenlaute ausstießen. „AH“.

Quelle: http://www.aryakshema.com/index.php/en/about      

  • Teaching angelegt von Stephan
  • letzte Bearbeitung am: 21. April 2024