Vortrag „Ihr habt die Wahl“
Ihr habt immer die Wahl: Ihr müsst keine Buddhisten sein! Ihr müsst kein Buddha sein. Wenn wir vom wahren Buddha sprechen, dann meinen wir Weisheit und Mitgefühl, nicht eine glatzköpfige Person, die ihr normalerweise seht. Ein solcher Buddha wird von allen beansprucht, ihn findet man in Cafés, in Gärten, in Bars, in Restaurants. Doch das ist nicht der Buddha. Wenn wir von Buddha sprechen, meinen wir Weisheit und Mitgefühl.
Ich denke wir sollten alle die Absicht entwickeln, diese Qualitäten zu entwickeln! Es gibt nichts Schlechtes daran, freundlich zu sein, es ist nicht falsch daran, tolerant zu sein. Es ist nichts Schlechtes daran, ein wirklich fürsorglicher Mensch zu sein. Daher ist meine Nachricht, egal wohin ich gehe: In unseren Zentren, so wie auch in diesem hier, werden wir niemals jemanden diskriminieren, der hier herkommt, solange er Nutzen daraus ziehen kann, wenn er hier herkommt. Wir werden ihn nicht abweisen aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seines Glaubens, das geht uns alles nichts an. Was lehren wir denn? Wir lehren, dass wir alle Menschen sind und glücklich sein wollen. Wir sollten eigentlich intelligent sein. Daher sollte die oberste Priorität sein, dass Menschen lernen gut miteinander auszukommen.
Wenn man einmal aufs Land fährt und sich dort umschaut, wird man erkennen, dass Schafe miteinander klarkommen. Sie müssen gut miteinander auskommen um Schafe zu sein. Bei Kühen ist es genauso. Kühe müssen auch miteinander auskommen um Kühe zu sein. Und Pferde kommen auch miteinander klar. Menschen sind die einzigen, die mit ihresgleichen nicht auskommen. Da erkennt man, dass wir unsere Intelligenz völlig missbrauchen. Um wirklich sagen zu können, dass wir Weisheit besitzen, dass wir intelligent sind, müssen wir erkennen, dass es keine Lösung ist, nicht miteinander zurecht zukommen. Das bringt uns nur dazu, dass wir leiden.
Wir sollten lernen miteinander auszukommen. Wir sollten lernen, uns um einander zu kümmern. Das ist etwas so Schönes: miteinander auszukommen, sich umeinander zu kümmern. Das ist etwas, um das wir uns zu jeder Zeit bemühen sollten. Was wir also lehren ist kein sektiererisches Verhalten. Manche von euch sind neu hier und wenn ihr seht, dass wir Niederwerfungen machen und ihr damit nichts anfangen könnt, dann müsst ihr das auch nicht tun! Ihr sitzt einfach da und hört zu. Als Buddhisten nehmen wir Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha. Wir sind dankbar darüber, was er uns zeigen kann.
Also wie können wir gute Menschen sein? Wir haben die Wahl! Aber eines ist klar: für uns ist diese Statue hier nicht Buddha. Das ist nur eine Darstellung. Buddhas Weisheit ist zu allen Zeiten anwesend. Sein grenzenloses, bedingungsloses Mitgefühl umgibt uns immer.