Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Lama Yeshe Rinpoche lehrt

Wir haben alles, was wir brauchen, aber der Geist möchte immer mehr, braucht immer mehr, hält ständig Ausschau nach mehr. Dies ist eine Gewohnheit, die tief in uns steckt.  Ständig verfolgen wir unser Verlangen. Wenn du meditierst, beobachte den Geist, der nie genug Wertschätzung hat, und immer mehr möchte. Aber das Verlangen und Wollen hört auf und existiert nicht, wenn der Geist in der Gegenwart verweilt.

Der Geist ist eine Energie ohne Form. Darum ist es möglich, dass der Körper hier ist, aber der Geist weit entfernt. Der Geist ist grenzenlos, aber wir erlauben uns selbst in winziger, eingeschränkter Wahrnehmung gefangen zu sein. Wir denken, so intelligent zu sein, aber stecken fest. Im Grunde haben wir nie gelernt zu denken. Wir wissen nicht, wo unser Leid herkommt. Wir sollten unser Leid, unsere Probleme analysieren und versuchen, herauszufinden, wo unsere Ängste, Sorgen, Schwierigkeiten herkommen – erforscht es.

Wir haben so viel mehr Gründe, freudvoll anstatt unglücklich zu sein. Aber wir fokussieren uns ständig auf die Probleme. Der Grund dafür ist dieses große „Ich“, das so hohl und gierig ist wie ein bodenloses Meer. Meditation kann das ignorante Selbst, das immer zuerst kommt, aufhalten. Buddha hat zuerst an andere gedacht, dann erst an sich selbst, und dadurch ist sein Leid verschwunden. Wenn wir unsere eigene innere Welt von Gier, Anhaftung, Abneigung, all dem, das unser Leben vergiftet, reinigen können – dann können wir auch die äußere Welt verbessern.  

  • Teaching angelegt von Frank
  • letzte Bearbeitung am: 17. Juli 2024