Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

 

Beiträge von Drupon Rinpoche

In den Meditationsgruppen benutzen wir die Erklärungen von Drupon Rinpoche häufig als Grundlage für unser Dharma-Studium. Aus diesem Grund folgt eine kurze Biographie über Drupon Rinpoches Leben.

Die Biographie von Drupon Rinpoche

Als Kind war Drupon Khen Rinpoche Karma Lhabu immer sehr besorgt um andere und beschützte besonders Tiere. Im Alter von sieben Jahren begann er eine Ausbildung im Kloster Tsabtsa und lernte die Rituale und Abläufe vieler der Vajrayana-Praktiken. Mit vierzehn nahm Rinpoche die Novizenordination von Khenpo Palga an.

Eine tiefe Abkehr von den gewöhnlichen Beschäftigungen des Alltags erfüllte sein Herz als er ungefähr siebzehn Jahre alt war, und so beschloss er, sich zurückzuziehen. Er erhielt die Gelegenheit, in einem der Retreatzentren des Tsabtsa-Klosters aufgenommen zu werden, in dem mit achtzehn Jahren einen Retreat-Zyklus beginnen sollte. Eifrig und zu ungeduldig zum Warten , ging Rinpoche in eine Hütte am Rande des Retreatzentrums, um zu praktizieren. Hier erhielt er Belehrungen vom Retreat-Meister Drupon Rinpoche Karma Sherab und von Lama Senge. Er praktizierte die Vorbereitenden Übungen, ehe er ein Jahr später dem eigentlichen Retreat-Zentrum beitrat.

Diese beiden Lamas waren außergewöhnliche Yogi-Meditierende, die Jahrzehnte in einsamen Bergretreats verbracht hatten. Sie interessierten sich besonders für Rinpoche, diesen jungen und fleißigen Mönch, der alles aufsog, was sie lehrten. Drupon Rinpoche Karma Sherab gab Rinpoche und den anderen Lamas die Unterweisungen für die formellen Retreat-Praktiken; und Lama Senge traf sich oft mit Rinpoche, beantwortete seine Fragen und gab Ratschläge. Durch ihre Unterweisungen war Rinpoche in der Lage, Meditation und den Geist vollständig zu verstehen. Er macht Lama Senge zu seinem Wurzel-Lama. Seine rasante Entwicklung von meditativem Verständnis, Erfahrung und Erkenntnis beeindruckte seine Lamas sehr und sie komponierten Lob- und Freudenlieder über ihren geliebten Herzenssohn.

Obwohl er noch jung war, ernannte der Abt des Klosters Tsabtsa, Drubgen Rinpoche, zusammen mit diesen zwei Lamas Rinpoche zum Retreat-Meister für den nächsten Retreat-Zyklus. Das Kloster entschied, dass das Retreatzentrum dem traditionelleren Karma Kamtsang Retreatprogramm folgen sollte, und schickte Rinpoche zu Drupon Rinpoche Yeshe Junge aus Palpung, um die notwendigen Übertragungen zu erhalten.

Nachdem seine Lamas ins Nirvana übergegangen waren, ging Rinpoche, um Belehrungen von großen, durch ihre außerordentliche Dharmapraxis bekannten, Rinpoches in Tibet zu erhalten. Nachdem Rinpoche so viele Lehren erhalten hatte, ging er zum Thrangu Vajra Vidya Institut in Varanasi. Hier gab er den Shedra-Schülern Belehrungen über die Abhandlungen buddhistischer Lehren, bevor Khenchen Thrangu Rinpoche Drupon Rinpoche bat, Retreat-Meister für das Thrangu Sekhar Retreat Center zu werden, ein neu gebautes Retreat-Zentrum an einem Milarepa-Pilgerort in der Nähe von Bhaktapur, Nepal. Er hat auch im Thrangu Kloster Shedra (einer buddhistischen Hochschule) und im Nonnenkloster Thrangu Tara Abbey gelehrt. Bis heute gab es acht Retreat-Zyklen (mit acht Mönchen in jedem Zyklus) im Thrangu Sekhar Retreat Center.

Auf Vorschlag von Lama Katen wurde Rinpoche in das Kloster Kagyu Samye Ling in Großbritannien eingeladen. Akong Rinpoche und Lama Yeshe Losal Rinpoche baten Rinpoche, einen Teilzeit-Shedra-Kurs im Kloster zu entwickeln und zu unterrichten, und Retreat-Meister für die Retreat-Zentren auf der Isle of Arran und Holy Isle zu sein. Bisher war er Retreat-Meister für einen vierjährigen Retreat-Zyklus und leitete ein sechsjähriges Shedra-Programm. Rinpoche leitet weiterhin die Retreats und gibt jährlich Belehrungen in Samye Ling.

Im Jahr 2015 gründete Rinpoche die Marpa Translation Society mit dem Ziel, viele der nicht übersetzten buddhistischen Lehren für diejenigen zugänglich und erschwinglich zu machen, die sie wirklich suchen. Zu diesem Zweck hat Rinpoche Übersetzer ausgebildet und denen, die bereits übersetzen können, Anleitungen angeboten. Rinpoche erinnert die Übersetzer oft daran, dass der Dharma mehr ist als nur Worte, und wenn ihre Übersetzungen das Gefühl und den Segen des Dharma vermitteln sollen, ist es unbedingt erforderlich, dass sie zuallererst selbst wahre Dharma-Praktizierende werden.

Drupon Khen Rinpoche verbringt die meiste Zeit damit, Praktizierende im Thrangu Sekhar Retreat Center in Nepal auszubilden. Gegenwärtig beherbergt es eine Gemeinschaft von etwa hundert Retreatants, jung und alt: dreißig Mönche und Nonnen aus Thrangu Gompa und der Himalaya-Region sowie über siebzig internationale Studenten aus 25 verschiedenen Ländern. Rinpoche hat speziell für die internationalen Studenten ein sechsjähriges Retreat-Programm entwickelt. Dieses besteht aus einem Jahr, das sich auf jede der folgenden Praktiken konzentriert: die Mahamudra-Vorbereitungen, Geistesschulung, Vajrasattva, Shamata-meditation, Einsichtsmeditation über Gedanken und Einsichtsmeditation über Erscheinungen.

Rinpoche beschränkt die Zeit, die er ins Ausland reist, auf drei Monate im Jahr, weil er es für vorteilhafter hält, an einem Ort zu bleiben und eine engagierte Gruppe von Studenten auszubilden. Während dieser Auslandsaufenthalte besucht er regelmäßig Großbritannien, Taiwan, Hongkong, Japan und bereist auch das südliche Afrika und Nordamerika.

Seit 2018 verbringt Rinpoche auf Wunsch von Thrangu Shedra (Thrangu Rinpoche’s Retreat- und Studienzentrum) auch mehrere Tage im Monat bei Namo Buddha, lehrt und gibt allen Shedra Khenpos und Schülern Ratschläge.

Geschrieben von Kunga , 14.05.2018

Ratschläge für die Menschen von Tingri

Einige Anregungen zum richtigen Dharma-Studium von Drupon Rinpoche aus Belehrungen über den Text „Ratschläge für die Menschen von Tingri“ von Padampa Sangye.

Bei allen Dharma-Lehren geht es im Wesentlichen darum, unsere Fehler zu überwinden. Als Dharma-Praktizierende arbeiten wir daran, unsere negativen und störenden, im Buddhismus als Geistesgifte bezeichneten Emotionen wie Anhaftung, Verlangen, Wut, Ärger, Stolz und Eifersucht, aufzugeben. Grundlage dafür ist das korrekte Verständnis darüber, wobei es beim Studieren und Praktizieren wirklich ankommt.

Drupon Rinpoche betont immer wieder, dass wir den Fehler machen, die Texte und uns selbst als getrennt anzusehen und so studieren wir einen Text mit der Haltung von: „Ich lerne das“. Der Text ist das Andere und ist etwas von mir Getrenntes, wie wenn er nichts mit mir zu tun hat. Wir wenden unsere gewohnte Weise, weltliche Informationen aufzunehmen auch hier an. Aber so werden wir Dharma nicht wirklich verstehen und die acht weltlichen Besorgnisse oder Dharmas nicht reduzieren, sondern sie eher stärken. Grund ist, dass wir weiter gefangen bleiben in dem Streben nach Gewinn, Glück, Bekanntheit, Lob oder Anerkennung, und Angst haben vor Verlust, Unglück, Tadel und Ablehnung.  Im normalen Leben ist all unser Denken und Handeln davon geleitet. Im schlimmsten Fall können sogar unsere Arroganz und Stolz zunehmen, wenn wir das Studieren und das angesammelte Wissen dazu benutzen, Bekanntheit, Anerkennung, Wohlstand zu erwerben.

Aber der Nutzen von Belehrungen besteht darin, dass wir aufmerksam werden für unsere eigenen Fehler, und die buddhistischen Lehren und Methoden anwenden, um die eigenen Fehler, Schwächen, Mängel besser zu verstehen und sie zu überwinden und gleichzeitig unsere positiven Qualitäten verstärken. Wir müssen die Fehler in unserer normalen Art und Weise zu denken, zu handeln und anzuhaften erkennen. Erfolg oder Fortschritt in der Praxis zeigt sich, wenn wir die Objekte, Dinge, Menschen, an denen wir festhalten, mehr erkennen und leichter loslassen können, dass wir toleranter, geduldiger, mitfühlender werden und weniger ich-bezogen nur nach Erfüllung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse streben. Wir lernen ununterbrochen darüber zu reflektieren, was für Auswirkungen durch bestimmte Handlungen entstehen werden. So können wir zu wahren Praktizierenden werden mit einem offenen, weiten, aufnahmebereiten und anpassungsfähigen Geist. Wir werden geschickt, sorgsam und liebevoll im Umgang mit anderen und haben ein stabiles Verständnis der Dharmalehren.

Der Prozess auf dem Dharma-Weg ist folgendermaßen:

Dabei sind die nützlichsten Dinge für uns die, die wir nicht hören wollen. Aber wir müssen lernen, in den Spiegel zu schauen und das eigene Gesicht so wahrzunehmen, wie es ist, mit allen Fehlern, und und diese dann korrigieren.

Dharma ist ein zentraler buddhistischer Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen. Aber in erster Linie steht er für die buddhistischen Lehren (Buddha-Dharma). Gemeint sind hier nicht nur belehrende Worte oder ein Buch, sondern die lebendige Lehre, die über bloße Lehrreden hinausgeht. Dharma auch erklärt als „das, was wahr ist“, das jeder Überprüfung standhält.

Ein paar praktische Hinweise zur Teilnahme an Online Belehrungen.

In Samye-Ling erhalten wir nun seit etwa 4 Wochen tägliche Belehrungen von Drupon Rinpoche. Ein paar sehr eindrückliche Gedanken von ihm, möchte ich gern weitergeben – auch in Anbetracht der immer häufig angebotenen Online-Belehrungen, Vorträge, Veranstaltungen.

Zunächst fängt jede Belehrung damit an, dass wir uns an die beste, höchste Motivation erinnern, nämlich die eines Bodhisattvas, wie sie weiter oben erklärt wird.

Dann erinnert er uns immer wieder daran, uns bewusst zu machen, wie wertvoll Buddhas Lehren, der Dharma, sind. Wenn wir verstehen, dass wir im Gefängnis unserer Gewohnheiten, Anhaftungen, Neurosen etc. leben, und uns daraus befreien wollen, bekommt der Dharma und die, die ihn weitergeben, einen ganz anderen Wert. Würden wir denjenigen gegenüber, die uns aus dem Gefängnis befreien, nicht unendlich dankbar sein? Dies können wir dadurch ausdrücken, dass wir nicht achtlos, sorglos, geringschätzing mit dem Dharma umgehen, und dass wir uns während den Belehrungen, Meditationsgruppen, dem Dharmastudium, respektvoll verhalten, sprich, entsprechend sitzen und nicht im Sessel lümmeln, uns gemütlich hinlegen oder nebenher trinken, egal ob Wasser, Kaffee oder Tee. Wenn wir in einem Shrineraum sitzen, ist dies für uns vermutlich nicht schwer, aber beim Teilnehmen an Online-Teachings von zuhause aus, ist einfacher und verlockender, zwischendrin aufzustehen, uns etwas zu holen, zu trinken oder zu essen.

Aber wie Drupon Rinpoche zurecht erklärt, verhalten wir uns im Alltag Lehrern etc. gegenüber ja auch respektvoll und signalisieren, dass wir die Bemühungen wertschätzen.

In Bezug auf die buddhistische Lehre gehört aber auch dazu, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass die Art und Weise, wie wir die Lehrer und den Dharma schätzen und damit umgehen, dazu beiträgt, was für einen Eindruck andere davon bekommen, und ob sie sich beeindruckt und inspiriert fühlen, selbst einen spirituellen Weg zu gehen.

Einige Gedanken aus den Belehrungen mit Drupon Rinpoche am 1. und 2. August 2020

Thema des Wochenendes waren die „Vier Dharmas von Gampopa“

Es ist wichtig, dass der Dharma zum Dharma wird, dass Dharma als Pfad zur Erleuchtung erfolgreich ist, dass die Täuschung über den Weg beseitigt wird, und dass Verwirrung in Weisheit umgewandelt wird.

Wenn wir uns mit dem Dharma beschäftigen, liegt eines unserer Probleme darin, dass wir an den einzelnen Worten hängen und die Bedeutung dahinter nicht begreifen – dieser Gedanke stammt von Drupon Khen Rinpoche. Der Begriff Dharma kann verstanden werden als „Veränderung zum Besseren“. Ganz häufig ist uns das nicht klar. Aber worum es eigentlich geht, ist, dass wir eine Veränderung herbeiführen, unser Verhalten und unsere geistige Haltung korrigieren. Der Dharma ist die Methode, mit der diese Veränderung gelingt. Wenn Gampopa in seinem ersten Dharma formuliert „es ist unerlässlich, dass aus Dharma Dharma wird“, dann ist damit die erfolgreiche Veränderung gemeint. Dazu reicht es aber nicht, Worte auswendig zu lernen, wir müssen auch ihre Bedeutung verstehen, durchdringen und reflektieren. Erst wenn wir von uns sagen können, dass wir unser Verhalten und unsere Geisteshaltung reflektiert und die Dringlichkeit der Veränderung erkannt haben, haben wir ein Verständnis der Worte erreicht. Erst dann können wir unsere negativen

Verhaltensweisen als einen Ausgangspunkt für die Veränderung zum Guten nutzen – genau dann wird Dharma zu Dharma, sagt Drupon Rinpoche. In der Reflexion ist es notwendig, sich darüber Gedanken zu machen, was uns selbst Leid verursacht; genau das wird auch Leiden für andere bedeuten. Wenn wir das erkennen, können wir an der Veränderung arbeiten. Wie wir mit Körper, Rede und Geist handeln, soll auch Gegenstand der Reflexion sein. Möglicherweise haben diese Handlungen nicht sofort eine negative Auswirkung für uns, vielleicht liegen die Wirkungen irgendwann in der Zukunft. Mithilfe des Dharmas können wir uns aber selbst erkennen, und eine Veränderung herbeiführen.

Gampopas erstes Dharma beinhaltet aber auch die Möglichkeit, dass Dharma eben nicht zu Dharma wird. Drupon Rinpoche erklärt dies so: Wir können fleißig studieren und möglicherweise sogar einen Retreat machen und uns trotzdem nicht verändern, weil wir durch unser Studium und den Retreat unter Umständen stolz und hochmütig werden. Auch wenn wir stolz sind, dass wir einer bestimmten Gruppe, z.B. einer bestimmten Linie, angehören, wird Dharma nicht zu Dharma, da wir damit nur wieder unsere Anhaftung fördern. Wenn wir den Dharma auf diese Weise anwenden, und dadurch unseren Stolz und unsere Anhaftung pflegen, dann kann diese falsche Dharmapraxis überaus schädlich sein, da durch sie Eifersucht und Streit entstehen. Sich außerdem darauf zu verlassen, dass Spenden und Opfergaben ausreichen werden, um etwas zu erreichen, ist eine weiteres Beispiel dafür, dass Dharma nicht zu Dharma wird. Spenden und Opfergaben allein ohne die richtige Motivation können keine Veränderung herbeiführen. Wer mit der richtigen Motivation eine Spende macht oder Opfergaben darbringt, verringert dadurch seine Anhaftung an weltliche Reichtümer und führt seine eigene Veränderung herbei.

Eines unserer größten Hindernisse ist, dass wir stets auf die äußeren Begebenheiten achten, es uns aber schwerfällt, den Blick nach innen zu wenden und unsere Denkweise und unseren Geist zu betrachten. Möglicherweise haben wir Belehrungen zu Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung gehört – inwiefern haben wir uns aber danach verändert? Wenn wir nur an den äußeren Begebenheiten, den einzelnen Worten einer Belehrung hängen und nicht deren Bedeutung verinnerlichen, wenn unsere ganze Energie in unser Alltagsleben fließt und wir nur noch wenig Anstrengung für die Dharmapraxis aufbringen können, dann sehen wir uns vor einer Reihe von Hindernissen in unserer Praxis.

Wäre unser jetziges Leben ein Tag und alle zukünftigen Leben unser gesamtes Leben, wäre es dann nicht eigenartig, wenn wir unsere gesamte Anstrengung nur in einen einzigen Tag stecken würden?

Beitrag von Sonja Molitor

Es ist sehr wichtig zu fragen: Ist die buddhistische Lehre etwas Gutes oder nicht? Hilft sie Lebewesen oder nicht? Wenn die Antwort lautet, dass sie gut ist, solltest Du Dharma praktizieren. Dann wird es hilfreich für dich und andere sein. Wenn du zu dem Schluss kommst, dass die Dharmapraxis hilfreich ist, musst du sie kennen. Dann musst du die verschiedenen Aspekte wie Erklärungen, Einweihungen, mündliche Übertragungen aufnehmen.

Wenn wir von Nutzen sein wollen, müssen wir sicher sein, dass wir Dharma ohne Fehler praktizieren. Wir müssen sicher sein, dass wir die authentischen Worte des Buddha praktizieren. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Lehren und ihr Nutzen verloren gehen, wenn wir sie nicht studieren und die richtigen Übertragungen erhalten.

Wenn wir an den Buddha glauben, nutzen wir die Lehren zum Wohle anderer. Was zählt ist, dass die Anweisungen, die wir erhalten, echt sind, und wir sie von einem authentischen Lehrer erhalten. Auf diese Weise können wir uns entwickeln und wir zur Verwirklichung kommen.

Drupon Rinpoche, Samyeling, August 2010

Anregungen von Drupon Rinpoche für uns, die es wert sind, darüber nachzudenken:

Eine gute Haltung für alle unsere Aktivitäten ist es, alles was wir tun, mit der Einstellung auszuüben, dass es das letzte Mal sein könnte, dass wir die Gelegenheit dazu haben. Wir sollten uns daran erinnern, wenn wir Belehrungen anhören, meditieren, wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind, beten, oder die Gelegenheit haben, positive Dinge zu tun. Wenn wir etwas das letzte Mal tun, wird es – sofern wir die Gelegenheit dazu haben – beim nächsten Mal einen neuen Geschmack, eine neue Bedeutung erhalten. Es wird uns helfen, das Beste aus jeder Gelegenheit zu machen, da wir nicht wissen, ob sie wiederkommt.

Zur Erinnerung: Gelegenheiten kommen nicht automatisch wieder, darum lieber nun jede Chance ergreifen und Dinge, die wichtig sind, nicht auf später verschieben.

Wenn der Geist im Einklang mit dem Dharma ist, dann gibt es keine Begrenzung dafür, was er tun kann. Wenn der Geist vollkommen im Dharma und dem Wunsch, sich zu verändern, verankert ist, ist das Bedürfnis, die Lehren des Buddha anzuwenden so stark, dass man nicht anders kann.

Die Haltung eines Bodhisattvas ist folgendermaßen: Wir denken bei unseren Handlungen nicht vorwiegend an den eigenen Nutzen. Wenn wir an uns selbst, an den eigenen Interessen und Bedürfnissen nicht so festhalten, erleben wir mehr Frieden und Leichtigkeit im Geist. Wenn es immer nur darum geht, zu erfüllen was „Ich“ brauche und möchte, macht dies unglücklich.

Ein Bodhisattva kann für den Nutzen anderer lange Zeit viel Leid und Schwierigkeiten auf sich nehmen. Aber diese Bodhicitta-Haltung des großen Mitgefühls braucht Kraft und Tiefe. Egal welche Handlung wir ausüben, Kraft, Stärke und die Fähigkeit dazu sind nötig, um erfolgreich zu sein. Dann können wir allen Schwierigkeiten und Hindernissen ins Auge sehen. Wir brauchen ein dringliches Gefühl von „Ich muss etwas tun, ich muss etwas erreichen und bewirken.“ Die Vielfalt verdienstvoller, d.h. guter, hilfreicher, positiver Handlungen trägt dazu bei, Weisheit zu entwickeln.

Lebewesen, die zufrieden sind mit dem, was sie haben, die nicht viel brauchen und weniger an Dingen und Menschen anhaften, sind glücklicher.

Wie sich unser Geist in Knoten verstrickt 

Der Geist ist nicht wie ein materieller Gegenstand, aber wenn er in eine bestimmte Denkweise verwickelt ist, kann er sich quasi in sich selbst verknoten. So, wie sich eine Seidenraupe einwickelt, wenn die Seidenfäden herauskommen, verknotet sich unser Geist, wenn unsere Denkweise nicht wirklich gut ist.

Dass sich unser Verstand auf diese Weise verheddert, ist die Quelle all unserer Probleme. Dies führt zu unserm Unglücklichsein und macht uns viele Schwierigkeiten. Wir können den physischen Körper als Beispiel nehmen. Wenn wir viel gearbeitet haben und müde werden, machen wir eine Pause. Wenn wir uns ausruhen, ist unsere Geisteshaltung die des Nichtstuns, nicht wahr? Wir lassen einfach los, was wir getan haben. Wir hören einfach auf und legen die Dinge beiseite. Arbeiten ist das Gegenteil davon, nicht wahr? Arbeiten ist aktives Tun, oder Machen. Ausruhen ist das Loslassen und Beiseitelegen der Tätigkeit. Vielleicht ruhen wir uns in unserem Bett oder auf unserem Stuhl aus, aber wir geben die Aktivität auf. Indem wir uns ausruhen, beginnen wir, uns wohler und glücklicher zu fühlen. 

Und was ist es, das dieses Gefühl des Ausgeruhtseins und des Wohlbefindens hervorruft? Es ist das Nichtstun, nicht wahr? Wir lassen alles los und legen unsere Geschäftigkeit beiseite. Und wie lange wir auch immer ruhen, wir sind entspannt, und das ist angenehm. Der Körper ist hier das Beispiel, aber es ist dasselbe für unseren Geist. Wenn unser Geist sehr aktiv und aufgewühlt ist, dann kommen die Probleme. Diese Verstrickung unseres Geistes hat im Buddhismus einen Namen. Wir nennen es ‚An das Ego anhaften‘ oder ‚das Greifen nach einem Selbst‘. Es gibt verschiedene Bezeichnungen dafür, aber kurz gesagt ist der Geist nicht mehr offen und entspannt, wenn dies geschieht. Er ist weder natürlich gefestigt, noch ohne jegliche Beeinflussung. Stattdessen ist der Geist angespannt, und das bringt Leiden und Schwierigkeiten mit sich.

Ein großer Teil unserer geistigen Aktivität basiert auf dieser Tatsache. Es ist ein Tun oder ein Festhalten an unserem eigenen Geist, ein danach Greifen, durch das sich der Geist selbst fesselt. Ideen wie „Ich muss glücklich sein, ich brauche etwas, oder ich muss jemand sein“ – dies ist die ständige Aktivität, etwas zu machen oder zu tun, nach etwas zu greifen oder zu suchen. Und wenn diese mentale Einstellung sehr stark wird, dann leiden wir sehr darunter. Für diejenigen, die nicht so stark auf diese Weise denken, die nicht so stark greifen und klammern, gibt es weniger Probleme. Und es gibt viele Methoden, die im Dharma gelehrt werden, um uns zu helfen, dieses Greifen, dieses Festhalten an sich selbst, zu reduzieren.

Uns von den Fesseln befreien

Eine solche Methode, die uns helfen kann, diese Anhaftung zu lösen, besteht darin, sich nicht so sehr um dieses Leben zu kümmern, sondern mehr Rücksicht auf unsere zukünftigen Leben zu nehmen. Das Ziel oder der Gedanke ist also, dieses Leben zu nutzen, um das zu tun, was in der Zukunft, in unseren zukünftigen Leben, gut für uns sein wird. An diesem Punkt haben wir das „Ich“ oder das Ego noch nicht ganz losgelassen. Aber wir denken jetzt langfristiger über „Mein zukünftiges Leben, meine zukünftigen Leben“ nach. 

Wenn wir uns jetzt ansehen, woran wir hängen und welches Glück wir suchen, werden wir feststellen, dass das alles mit diesem Leben zusammenhängt. Alle unsere gegenwärtigen Gedanken beziehen sich darauf, dass wir uns jetzt in Körper und Geist gut fühlen. Das, woran wir hängen, und die Art und Weise, wie wir arbeiten, um diese angenehmen Erfahrungen zu erlangen, basiert alles auf der Sorge um dieses Leben. Wir denken nicht an unser Glück und Wohlbefinden in zukünftigen Leben. Wir wollen sie jetzt. Und da wir so sehr an dieses Leben gebunden sind, stoßen wir auf viele Probleme und Leiden. Wenn wir anfangen, an unser zukünftiges Leben zu denken, beginnen wir, unsere Sorgen um dieses Leben aufzugeben, und ganz natürlich entspannt sich unser Geist, er ist weniger angespannt. Mit dieser Methode denken wir also weniger an dieses Leben, unsere Anhaftung lässt nach und wir erfahren größeren Frieden.

Dies ist die Denkweise derjenigen, die als „fähige Individuen mit geringerer Kapazität“ bezeichnet werden, oder die Motivation der Shravakas, der „Hörer“. Aber bei dieser Motivation gibt es immer noch Probleme, weil wir immer noch nicht das „Festhalten an einem Ich“ und das Ego losgelassen haben. Wir sind immer noch mit „meinem“ zukünftigen Glück und dem Wohlergehen „meiner“ zukünftigen Leben beschäftigt. Solange dieses „Ich“, das Ego, präsent ist, wird es Probleme und Leiden geben. Erst wenn das Ego transzendiert worden ist, fallen Probleme und Schwierigkeiten weg. Aber wenn wir auf unserer gegenwärtigen Ebene in der Lage wären, die Aussicht zu erlangen, die Sorgen um dieses Leben aufzugeben, wäre das wirklich erstaunlich. Man könnte sagen, es wäre perfekt. Aber da es viele verschiedene Ebenen und Denkweisen gibt, ist es, wenn wir das Gesamtbild betrachten, immer noch nicht ganz perfekt.

Von den beiden Arten der Motivation, die wir hier sehen, kann die weitreichende Einstellung des erwachenden Geistes wirklich als die perfekte Motivation, die perfekte Art zu denken, betrachtet werden. Warum ist das so? Weil jetzt das „Ich“, das Ego, losgelassen wurde. Wenn wir das „Ich“ und das Anhaften an uns selbst wirklich losgelassen haben, dann haben wir auch die Sorge um uns selbst in Bezug auf dieses und zukünftige Leben losgelassen, und so sind alle Bindungen des Geistes verschwunden.

Quelle Meditation Retreat (Samye Ling, 2016) – Motivation and Conduct

Einige Gedanken von Drupon Rinpoche zu dem, was im Buddhismus als „Samsara“ bezeichnet wird

Ein namenloses Gesicht sein (3. September 2021)

Vor einigen Jahren besuchte mich ein Tibeter mittleren Alters, ein Ladenbesitzer in Boudha, Nepal, um eine Übertragung und Unterweisung für eine bestimmte Praxis zu erhalten, die er machen wollte. Wir unterhielten uns und er sagte etwas, das mir das Gefühl gab, dass er die Lehren über die Kostbarkeit des menschlichen Lebens mit seinen Freiheiten und Vorteilen besser verstehen konnte, als die meisten von uns, die sich vielleicht „Praktizierende“ und nicht „Ladenbesitzer“ nennen würden.

Er sagte, dass seine Geschäfte relativ gut liefen und er es sich leisten könnte, seine beiden Töchter auf die Universität in den Westen zu schicken, aber er konnte sich einfach nicht dazu durchringen, obwohl dies das Ziel so vieler Menschen in diesem Teil der Welt war. Er sagte, er sei traurig über die Vorstellung, dass sie in ein Land ziehen würden, in dem es keinen Buddhismus gibt; wo es nicht einmal eine Stupa zu umrunden gäbe, geschweige denn die Möglichkeit, Belehrungen zu erhalten und so weiter. Dieser Umzug in den Westen würde nicht nur seine Töchter von einem vom Dharma durchdrungenen Ort entfernen, sondern auch bedeuten, dass seine Enkel und zukünftigen Generationen höchstwahrscheinlich vom Buddhismus entfremdet und am Dharma desinteressiert würden. Aber bleiben sie hier in Nepal, wo etwas von Buddhismus und Spiritualität in der Luft liegt, würden seine Töchter und Enkelkinder zumindest die Stupa in Boudhanath besuchen, umrunden und Opfergaben machen und somit eine Verbindung zum Buddhismus beibehalten.

Was er sagte, spiegelte sehr meine eigenen Gedanken zu diesem Thema wider; auch ich habe keine Lust, im Westen zu bleiben. Ich glaube nicht, dass das angenehm sein würde. Ich werde es besuchen, wenn ich denke, dass ich muss oder weil es sich lohnt, aber ich würde auf keinen Fall dorthin ziehen. Das gleiche gilt für eine moderne protzige Stadt im Osten. Ich denke nie daran, mich an solchen Orten niederzulassen.

Ich denke, wenn ich in den Westen oder in eine hochentwickelte asiatische Stadt ziehen würde, wäre das für mein gegenwärtiges und zukünftiges Leben ruinös. Was für mich viel erstrebenswerter wäre und woran ich vor allem denke, ist ein Leben auf den Straßen von Kathmandu. Viele Male am Tag denke ich, wie wunderbar es wäre, wenn ich eine Weile so leben könnte; nur mir selbst überlassen, ein namenloses Gesicht in der Straßenrinne. Der andere Ort, an den ich am meisten denke, sind die Berge. Aber das sind nur Gedanken. Ich habe keine Schritte unternommen, um sie zu verwirklichen, weil ich kein echter Dharma-Praktizierender bin. Diese Gedanken bleiben im Reich der bloßen Phantasie.

Wir sehen, dass Milarepa immer an abgelegenere Orte flüchtete, wenn sich zu viele Anhänger um ihn versammelten. Wir mögen denken, dass sein Weg herzlos war und es ihm an Mitgefühl mangelte, aber könnt ihr mir einen Tibeter nennen, der mehr zum Wohle der Wesen und des Buddha-Dharma getan hat? Ich sehe und schätze seinen Weg, aber ich bin zu sehr in meine eigenen Interessen verstrickt, um in seine Fußstapfen zu treten.

Aber eines sage ich immer zu den Leuten, die mich sprechen hören, wenn ich in den Westen oder Osten reise: Wenn sie merken, dass ich immer öfters dorthin komme, wo sie in modernen Städten und dergleichen leben, können sie das folgendermaßen verstehen, dass ich als Praktizierender noch schlechter geworden bin. Wenn sie jedoch anfangen, weniger von mir zu hören und zu sehen, könnte das daran liegen, dass ich mich als Praktizierender verbessert habe. Ich bin mir nicht sicher, ob sie es mögen, wenn ich das sage, aber so ist es.

Samsara

Ein kleines Kind spielt gerne eine Weile mit anderen Kindern, aber sein Herz liegt bei seiner Mutter. Es ist glücklich, solange seine Mutter in Sichtweite ist.

Ebenso sind wir modernen Buddhisten glücklich, eine Weile mit dem Dharma zu spielen, aber unsere Herzen sind bei der Welt. Wir werden gerne zu Retreats usw. gehen, solange wir wissen, dass wir noch Zugang zu unseren weltlichen Freuden haben und unser weltliches Leben verfügbar ist, sollten wir es ausreichend vermissen.

Es ist ähnlich, wie die Leute gerne campen. Es ist nicht so, dass die Camper vom weltlichen Leben und seinen scheinbaren Freuden desillusioniert sind. Camping ist eine angenehme Abwechslung. Es wird in dem Wissen unternommen, dass man jederzeit packen und nach Hause fahren könnte, wenn man genug hat. Heimat ist immer das letztendliche Ziel.

Viele von uns widmen dem Studium und der Praxis des Dharma viel Zeit und Mühe, mehr als die meisten Camper dem Campen, aber wir lassen die Welt nicht wirklich los. Die Welt steht im Mittelpunkt dessen, wer wir sind, wie wir denken, womit wir uns beschäftigen, und der Dharma ist eine Nebentätigkeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir die Ergebnisse unserer Dharmapraxis nicht sehen, wie es in Texten beschrieben wird. Solange wir die grundlegende samsarische Weltanschauung beibehalten, wird Samsara unser fortgesetztes Ziel sein.

Drupon Rinpoche, Dharma Gespräche

Ein Beitrag von Drupon Rinpoche für Meditations-Anfänger (und „Geübte“)

Es ist sehr wichtig, wie wir anfangen, wenn wir lernen zu meditieren und den Geist und den Körper in ruhigem Gewahrsein zu üben. Wir sollten mit einer Haltung von Begeisterung beginnen und denken, dass dies sehr nützlich ist, dass es etwas Wunderbares, etwas Ausgezeichnetes ist. Das müssen wir fühlen. Wir sollten nicht mit Angst und Besorgnis beginnen, nicht mit Gedanken wie: „Das kann ich nicht. Das werde ich nicht schaffen. Ich bin körperlich krank. Ich bin psychisch krank. Ich bin nicht in der Lage, dies zu tun.“ Denn die Art und Weise, mit welcher Einstellung wir das erste Mal mit der Meditation beginnen, ist sehr, sehr wichtig. Unser mentaler Ansatz ist essentiell und deshalb sollten wir furchtlos sein. Es gibt nichts zu befürchten, es gibt nichts, worüber man sich Sorgen machen muss, denn niemand wird uns zu etwas zwingen, niemand kann uns zu etwas zwingen, selbst wenn er es möchte. Wir gehen nur so weit, wie wir es zulassen.

Und so fangen wir mit einer einfachen Denkweise an, furchtlos, und sagen uns: „Ich werde tun, was ich kann. Ich werde so viel tun, wie ich kann, und daher werde ich in Bezug auf die Körperhaltung tun, was ich kann, in Bezug auf die Methoden zur Ausrichtung des Geistes werde ich tun, was ich kann.“ Und wir lassen unsere Besorgnis los und wir tun so viel, wie unser Fleiß zulässt, und danach gibt es nichts zu befürchten.

Wenn wir dagegen mit der Denkweise „Ich kann das nicht tun. Ich werde es nicht schaffen.“ beginnen, dann starten wir auf dem falschen Fuß. Wenn wir aber mit der Einstellung „Ich werde tun, was ich kann“ beginnen, dann können wir etwas erreichen. Denn etwas zu tun, ist besser, als nichts zu tun. Und so können wir vielleicht nicht alle eine Stunde am Stück meditieren und alle Aspekte der Praxis ausüben, aber wenn wir uns darüber keine Sorgen machen, weil „Ich werde tun, was ich kann“, dann können wir vielleicht eine Minute schaffen, und eine Minute zu üben, bringt uns den Nutzen einer Minute. Und wenn wir diese eine Minute nicht tun, weil wir mit dieser beunruhigenden Denkweise begonnen haben: „Ich werde es nicht schaffen“, und wir deshalb nichts tun, dann machen wir nicht einmal eine Minute und erhalten nicht einmal den Nutzen dieser einen Minute.

Und deshalb tun wir, was wir können. Wir beginnen mit Enthusiasmus, mit der lockeren Einstellung „Ich werde tun, was ich kann“, und wenn es dann anfängt, schmerzhaft zu werden, lassen wir es eine Weile gehen und ruhen uns ein paar Minuten aus. Aber das, was wir getan haben, wird hilfreich sein. Und so bauen wir die Praxis nach und nach auf, gewöhnen uns an die Techniken und können am zweiten Tag vielleicht ein bisschen mehr machen als am ersten Tag. Am dritten Tag etwas mehr als am zweiten Tag, und auf diese Weise gewöhnen sich unser Körper und Geist an die Techniken, wir fangen an, mehr Begeisterung zu verspüren, weil wir Fortschritte machen und das hilft uns wieder, das bisschen mehr zu tun, und auf diese Weise werden sowohl die physischen als auch die mentalen Aspekte der Praxis stärker und unsere Praxis wird gut verlaufen.

Wenn wir uns der Praxis mit einem Maß von Angst nähern, irgendwie etwas zurückhaltend oder ein wenig ängstlich sind, dann werden wir uns nicht auf die Praxis einlassen. Körper und Geist sind nicht zwei getrennte Dinge, wie zwei verschiedene Menschen, und mit der richtigen Herangehensweise kann es ein freundliches Zusammenkommen der beiden geben. Genau, wie wenn sich zwei Leute treffen und sie sich anlächeln und „Hallo“ zueinander sagen. Sie können am Ende eine ganz schöne Zeit miteinander verbringen. Auf die gleiche Weise können Körper und Geist mit der richtigen Herangehensweise an die Meditationstechniken in einer Art Harmonie zusammenkommen und dann kann sich die Praxis entwickeln.

Das Beste aus unserem Leben machen

Obwohl ich mir manchmal Sorgen mache, was aus mir wird, nachdem ich gestorben bin, beunruhigt es mich nicht allzu sehr. Was mich am meisten beunruhigt, ist, die Zeit zu verschwenden, die ich jetzt habe, bevor ich sterbe.

Jeder Tag ist eine Gelegenheit, eine Gelegenheit, die wir niemals wieder erschaffen können, wenn wir sie ungenutzt lassen. Jeden Tag nicht die Gelegenheit zu nutzen, nicht alles zu tun, wozu wir fähig sind, und damit unser Leben zu vergeuden, ist das, wovor wir wirklich Angst haben sollten.

Drupon Rinpoche – Thrangu Sekhar Retreat 2019