Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Aktuelles

Samye Dzong daheim Nr. 25

  • von: Ani Semchi
  • Datum: 04. September 2020

Inspirationen für schwierige Zeiten

Willkommen zur 25. Ausgabe des Rundbriefs

„Wenn Du in diesem Leben alles nur zu deinem eigenen Vorteil, oder zu einem bestimmten Zweck in diesem kurzen Leben, tust, hast du dich nicht an die Vergänglichkeit erinnert.“ (Karma Chakme)

Die Nützlichkeit des Dharma

Die Vorteile, welche der Dharma mit sich bringt und wie sie vom Buddha und seinen Schülern dargelegt werden, sind das Ergebnis angemessener Dharma-Praxis. Du kannst den Nutzen nicht wirksam erfahren, indem du nur ein paar Unterweisungen zuhörst. Wenn du nicht praktizierst, wirst du glauben, dass der Dharma nicht funktioniert – besonderes, wenn Probleme auftauchen und du mit diesen nicht umzugehen versteht. Vielleicht gibst du den Dharma dann sogar ganz auf und hast nie einen Nutzen davon. Um dich über seine positiven Auswirkung zu freuen, praktiziere ihn erst einmal.
(S. H. XVII Karmapa Ogyen Trinley Dorje – Die Zukunft ist jetzt)

Zur Bedeutung der Dharmapraxis
Aus einem Vortrag des 16. Karmapas

Wenn wir die Vorstellung haben, dass der Dharma immer verfügbar sein wird, egal ob man praktiziert oder nicht, ist dies ein sehr schwerwiegender Fehler. Jegliche Zeit, jeden kurzen Moment, den man als Gelegenheit für die Dharma-Praxis nutzen könnte, muss man nutzen.
Wenn man diese Verantwortung nicht übernimmt und die Lehren von Mahayana und Vajrayana nicht aufrichtig respektiert, besteht definitiv die Möglichkeit, sich selbst und den spirituellen Freunden, mit denen man verbunden ist, Schaden zuzufügen. Ein Mangel an Aufmerksamkeit für die Verantwortlichkeiten des Mahayana-Pfades, des großen Fahrzeugs des universellen Mitgefühls, ist ein Verstoß gegen die inneren Verpflichtungen eines Praktizierenden des Mahayana-Pfades.

Die Lehre ist nicht vernachlässigbar. Ein Mangel an Wertschätzung wird ein großer Verlust für Dich sein. Wir können nicht über die Lehre spekulieren, ihr Wert und die Wirksamkeit des Dharmas, werden sich nur durch die eigene Praxis entfalten und erfahrbar werden.
Worüber wir nachdenken müssen, ist, dass sich die Lehre durch ihre zeitlose Wirksamkeit von der Zeit des Buddha bis zum heutigen Tag ständig bestätigt. Du musst die Heiligkeit der Lehren aufrichtig erkennen, um zu verstehen, dass es in diesem und in den kommenden Leben nichts Wichtigeres gibt als die Praxis des Dharma.

Wenn du eine Ermächtigung oder eine Erklärung erhältst, und in der Lage bist, Wertschätzung für den Dharma zu haben oder zu entwickeln, dann hat deine Beziehung zu den Mahayana-Lehren einen Sinn, und wird Dir auch Erfüllung geben. Durch ein echtes Engagement für die Lehre kannst du ein direktes und bedeutungsvolles Vertrauen in die Lehren und aufrichtiges Mitgefühl mit den Wesen entwickeln. Ein wahres Verständnis der Universalität des Wirkens von Karma, der Natur von Ursache und Wirkung, wird eintreten.

Wenn Du die Wahrheit des Dharma sehen und schätzen kannst, und angesichts dieser Wertschätzung weiterhin praktizierst, besteht kein Zweifel daran, dass du für die Menschen, denen du begegnest, und für dein Land von großem Nutzen sein wirst. Es besteht kein Zweifel an deiner Fähigkeit, Wesen vor unzähligen Problemen und Konflikten zu retten.

Gedanken zu Samsara aus der Meditationsgruppe am Donnerstag

Samsara ist kein anderer Ort, an den wir uns begeben oder ein Ort, den wir verlassen können, sondern der Zustand unseres Geistes. Samsara ist die Angst, dass wir erleben müssen, was uns Schwierigkeiten und Angst macht, es ist all unser Anhaften, all unsere Abneigung. Die fünf störenden Gefühle [Kleshas] machen Samsara aus:
Anhaftung, Gier, Suchtverhalten;
Abneigung, Wut, Hass und Groll;
Unwissenheit, Dumpfheit, Depression;
Eifersucht, Neid, Konkurrenz;
Stolz, Überheblichkeit, Einsamkeit.

Man könnte also sagen, dass Samsara die Zusammenfassung aller unbefriedigenden Zustände ist, in denen wir Menschen leben. Sie sind abhängig von unseren sich ständig verändernden Bedürfnissen, Stimmungen, Gefühlen, Erlebnissen, die wir nicht unter Kontrolle haben, und die uns hin und her wirbeln im unaufhörlichen Auf und Ab des Lebens. Wenn wir uns aber nicht mit dieser Realität befassen, bleiben wir in Samsara gefangen! Meditation mit einem friedlichen Geist allein ändert an unserer Situation nichts, wohl aber das genaue Hinsehen und die Reflexion, denn diese können als Basis für eine Veränderung dienen. Statt die Kleshas zu unterdrücken, sollten wir sie genau untersuchen, und versuchen, ihre Auswirkungen auf uns und andere zu erkennen. Nur wenn wir die störenden Gefühle kennen, können wir zu den geeigneten Gegenmitteln greifen. Und so gesehen sind die Kleshas in ihrer Essenz auch Weisheit. Durch die Erkenntnis der Geistesgifte und der Arbeit damit, können wir das Leid an der Wurzel abtrennen.
„Nur ein Buddha kann zählen, wie häufig wir im anfangslosen Samsara wiedergeboren wurden, und nur ein Buddha kann sagen, wann Samsara seinen Anfang nahm. […] Während all dieser unzähligen Leben hat alles, was du unternommen hast, dein Leiden nur weiterhin fortgesetzt, ohne dich der Befreiung und wahrem, dauerhaftem Glück einen Zentimeter näherzubringen. Warum? Weil alle deine Taten bisher schädlich, egoistisch, bestenfalls nutzlos waren.

Lebewesen sind ständig beschäftigt. Wir Menschen sind ständig damit beschäftigt, miteinander zu wetteifern, Dinge zu verkaufen, zu kaufen, zu machen, aufzubauen, zu zerstören. Vögel sind andauernd beschäftigt damit, Nester zu bauen, Eier auszubrüten, Küken zu füttern. Bienen sind immer damit beschäftigt, Nektar zu sammeln, Honig zu machen. Andere Tiere sind immerzu damit beschäftigt, zu fressen, zu jagen, nach Gefahren Ausschau zu halten, ihre Jungen aufzuziehen. Je mehr du machst, umso mehr hast du zu tun, und umso mehr vervielfachen sich deine Probleme und Leiden – aber das letztendliche Ergebnis deiner harten Arbeit und deiner Mühen wird nicht länger Bestand haben als eine Zeichnung, die man mit dem Finger auf Wasser malt. Wenn du das Scheitern und die Nutzlosigkeit von so vielen bedeutungslosen Handlungen erkennst, wird klar, dass das einzig lohnenswerte Unterfangen die Dharmapraxis ist.“
Aus: Dilgo Khyentse – The Heart Treasure of the Enlightened Ones

Das Erzeugen des Erleuchtungsgeistes (Wurzel des Mahayana)
Den Geist in den vier grenzenlosen Eigenschaften üben

Chenresig Mantra: OM MANI PEME HUM

Wenn wir Dharma praktizieren, macht das kostbare Bodhichitta, der Geist des großen, grenzenlosen Mitgefühls, die eigentliche Essenz eines Pfades aus. Wir entwickeln Bodhichitta mit der aufrichtigen Absicht und dem Wunsch, anderen zu nützen. Dank unseres Verstands und unseres Wissens können wir diese Eigenschaft im eignen Geist finden.
Um diesen Prozess zu fördern, ist es jedoch wichtig, sich auf Yidams wie Chenresig zu stützen. Warum ist das so? Der edle Chenresig ist der Herr des Mitgefühls; in der Terminologie des Dharma ausdrückt ist er die Manifestation des Mitgefühls der Buddhas aller Zeiten und aller Richtungen. Inspiriert durch seine vollkommene Verwirklichung von Bodhichitta, können wir einen wahren Pfad beschreiten, indem wir das sechssilbige Mantra des Chenresig rezitieren, das sein Mitgefühl repräsentiert. Diese Praxis bringt uns zweifachen Nutzen: Für uns selbst werden wir die vollkommene Erleuchtung erlangen, und wir helfen anderen, dass es ihnen ebenfalls gelingt. Das ist mit dem Bodhisattva-Pfad gemeint, den der Buddha in den Sutras gelehrt hat.
(S. H. XVII Karmapa Ogyen Trinley Dorje – Augenblicke der Erleuchtung, Seite 18)

Ganz neu erschienen das Buch über das Leben von Lama Yeshe Losal Rinpoche
„Von einem Berg in Tibet“

Lama Yeshe sah kein Auto, bis er fünfzehn Jahre alt war. In seinem ruhigen Dorf rannten er und andere Kinder mit Yaks und Mastiffs durch die Felder. Der Lebensrhythmus wurde durch die Jahreszeiten bestimmt.
Die Ankunft chinesischer Armeewagen im Jahr 1959 veränderte alles. Nach dem furchtbaren tibetischen Aufstand floh er als Flüchtling über den Himalaya nach Indien. Als einer der 13 Überlebenden von ursprünglich 300 Flüchtlingen verbrachte er die nächsten Jahre in Amerika und erlebte die Exzesse der Woodstock-Generation, bevor er sich in Europa veränderte.
Jetzt in seinen siebziger Jahren und als führender Mönch im Samye Ling-Kloster in Schottland – dem ersten buddhistischen Zentrum im Westen – wirft Lama Yeshe einen hoffnungsvollen Rückblick auf sein bedeutsames Leben. Von seinen Erkenntnissen über Disziplin und Mitgefühl mit sich selbst, bis zu seinen Prüfungen und Schwierigkeiten mit Verlust und Misserfolg, spiegelt seine ergreifende Geschichte unsere eigenen Kämpfe wieder.
Mit Gelehrsamkeit und Humor geschrieben, beleuchtet From a Mountain in Tibet, wie die verzweifelteste Situation uns helfen kann, wichtige Lektionen für das Leben aufzudecken und dauerhaften Frieden und Zufriedenheit zu erreichen.
https://www.penguin.co.uk/authors/142548/lama-yeshe-losal-rinpoche.html
oder direkt bei Amazon:
https://www.amazon.co.uk/gp/product/0241439272?tag=prhmarketing2552-21

Presseaktivitäten rund um Lama Yeshe Rinpoche´s Buch
Link zu einem Interview on the BBC World Service
https://www.bbc.co.uk/programmes/p08q5zxd

Ein Interview in The Sunday Times on 30th August
https://www.thetimes.co.uk/article/lama-yeshe-losal-rinpoche-my-rocky-road-from-lhasa-to-peace-in-dumfries-zzpdb6m5g

Another interview, in The Sunday Business Post,
https://www.sundaypost.com/fp/i-lost-my-way-in-scotland-but-found-my-path-buddhist-monkon-giving-up-taste-for-whisky-and-finding-an-inner-peace-after-fleeing-bullets-in-tibetfor-safe-haven-in-the-borders/

Von der BBC News Webseite
here: https://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-south-scotland-53847261

Achtung Terminänderungen der Donnerstag Ngondro-Gruppe
Termine im September: 3.Sept.2020 und 27.Sept.2020 19.45 – 21 h
Drupon Rinpoche hat eindringlich auf die Wichtigkeit der 4 grundlegenden Kontemplationen als Grundlage und zur Vorbereitung für authentische Meditationspraxis hingewiesen. „Nichts ist wichtiger,“ betonte er eindrücklich, und so beschäftigen wir uns alle 2 Wochen mit diesen Gedanken. Im Moment geht es um Vergänglichkeit.
Für alle, Anfänger und Leute mit mehr oder weniger Erfahrung.
https://us02web.zoom.us/j/88556313059
Meeting ID: 885 5631 3059

Ankündigung
die Meditationsgruppe dienstags mit Zoom wird noch 1 x stattfinden: 8.Sept.2020 19.30-20.45 h
Link: https://us02web.zoom.us/j/81843424571
Meeting ID: 818 4342 4571
Die Gruppe ist für alle Interessierten offen.
Für weitere Informationen an Tanka_schnabel@hotmail.com schreiben.

Fortlaufende Meditationsgruppen

Ab 14.Sept. finden die fortlaufendenden Gruppen montags, mittwochs, donnerstags im Zentrum direkt und zusätzlich über Zoom statt.
Die Links stehen im nächsten Rundmail.
Ich hoffe, alle treuen Teilnehmer der Dienstags-Gruppe haben entweder montags oder mittwochs Zeit, an den Gruppen teilzunehmen.


Meditationsgruppen im wieder geöffneten Zentrum
Montag und Mittwochabend: fortlaufende Meditationsgruppen
Jeweils 19.30 h bis 20.45 h
Donnerstagabend: stille Meditation und Chenrezig Puja
18 – 18.45 h Meditation und im Anschluss 18.45 – 19.30 h Chenrezig-Puja
Hygiene-Maßnahmen sind auf der Webseite nachzulesen: www.Kirchheim-Samye.org


Durch alles Positive, erzeugt durch unsere Praxis,
mögen alle negativen Geisteshaltungen überwunden werden
und mögen alle Wesen befreit werden vom Ozean des Samsara, dem Kreislauf der Existenzen,
aufgewühlt durch die Wellen von Alter, Krankeit, Geburt und Tod.