Kagyu Samye Dzong Kirchheim e.V.

Aktuelles

Samye Dzong daheim Inspirationen für schwierige Zeiten

  • von: Ani Semchi
  • Datum: 07. Mai 2020

Willkommen zu der achten Ausgabe des Rundbriefs

Dieses Mal beginnt das Rundmail mit einer Botschaft von Lama Yeshe Rinpoche:

Meine Botschaft an alle Praktizierenden und Freunde in unserem Zentrum in Kirchheim ist folgende: betrachtet diese Zeit als Gelegenheit Eures Lebens. Es ist wie ein auferlegter Rückzug. Es ist gut, diese Zeit zu nutzen und alle Eure vier Grundlagen zu üben, Dorje Sempa Praxis, Meditation, Dharma-studieren, was auch immer Ihr tun möchtet, aber keine Zeit verschwenden.

Es ist auch immer am besten, sich auf eine Art von Aktivität einzulassen, damit Ihr nicht anfangt, negativ zu denken. Ich übe auch und freue mich darauf, Euch alle wieder eines Tages in Kirchheim zu sehen

Lama Yeshe Rinpoche zu Meditation

Unsere Kagyu Linie wird als Praxis-Linie des Tibetischen Buddhismus bezeichnet. Wir legen großen Wert auf Meditation, Ausdauer, Vertrauen und Überzeugung. Diese Qualitäten sind wichtig, denn ohne Vertrauen und innere Überzeugung wird es schwer sein zu meditieren. Durch Meditation wird man in sich alles erfahren, wird innerlich erlebbar, was man aus dem Studium von Texten gelernt hat.

Lama Yeshe Rinpoche glaubt, dass für Menschen, die Familie und Arbeit haben, Meditation der richtige Weg ist. Auch wenn man täglich nur 30 Minuten oder eine Stunde lang meditiert, kann es unser ganzes Leben bereichern und unsere Fähigkeit steigern, effektiver in dieser stressvollen Welt zu funktionieren. Ein kurzer Meditationskurs wird das Leben nicht grundsätzlich verändern, aber man kann richtig beginnen und die wesentlichen Punkte der Instruktionen erinnern. Dann wird man allmählich in der Lage sein, sich selbst zu helfen, wenn man in Schwierigkeiten gerät.

Wenn man diese Belehrungen anwendet, werden sie von ungeheurem Nutzen sein. Wenn man lernt, regelmäßig zu meditieren, wird man herausfinden, wie man in Körper und Geist ruhen kann, und wie man sich selbst akzeptieren und für die eigenen Handlungen Verantwortung übernehmen kann. Meditation ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Lebens. Ich sehe mit eigenen Augen den Unterschied zwischen Praktizierenden und Nicht-Praktizierenden.

Wenn Praktizierende alt werden, fühlen sie sich nicht einsam. Sie sind auch auf den Tod vorbereitet. Sie wissen, was passieren wird, und werden den Tod als eine Gelegenheit erleben,bei der es keinen Grund für Angst gibt. Da der Körper dann nicht mehr existiert, ist alles auf den Geist konzentriert. Darum ist es so wichtig, im Leben den Geist zu trainieren.

Frage an LYR: Wenn wir den Tag mit einer Meditations-Sitzung beginnen, wie können wir diesen meditativen Zustand den Tag über beibehalten?
Antwort: Achtsamkeit! Achtsamkeit! Achtsamkeit! Aber die kannst Du nur erreichen, wenn Du den Tag jeden Morgen mit mindestens 20 Minuten Meditation beginnst und Dir dann fest vornimmst, den Tag über achtsam zu bleiben für alles, was geschieht. Dann versuchst Du, dieses Vorhaben ständig beizubehalten. Wenn Du mit dem Auto fährst, weißt Du, dass Du Auto fährst. Wenn Du Deine Arbeit erledigst, weißt Du, dass Du arbeitest.
Du behältst die Aufmerksamkeit ständig bei, das bedeutet, das Du dich an das erinnerst, an das Du Dich erinnern mußt,

Wertvolle Steine (eine lehrreiche Geschichte von Ajahn Brahm)

Vor einigen Jahren hielt ein Professor an einer berühmten US-amerikanischen Business Schule einen außergewöhnlichen Vortrag über Sozialökonomie für seine Abschlussklasse. Ohne zu erklären, was er tat, stellte der Professor vorsichtig ein Glas auf seinen Schreibtisch. Dann holte er vor seinen Schülern eine Tüte voller Steine ​​heraus und legte sie einzeln in das Glas, bis keine mehr hineinpassten. Er fragte seine Schüler: „Ist das Glas voll?“

„Ja“, antworteten sie. Der Professor lächelte. Unter dem Schreibtisch holte der Professor eine zweite Tasche hervor, die voller Kieselsteine war. Es gelang es ihm, die kleineren Steine ​​in die Zwischenräume zwischen den größeren Steinen im Glas zu schütteln. Ein zweites Mal fragte er die Schüler: „Ist das Glas voll?“

„Nein“, antworteten sie. Sie begannen, ihn zu verstehen. Und sie hatten natürlich Recht, denn der Professor hatte noch eine Tüte feinen Sandes, die nun her hervor holte. Es gelang ihm, einen Großteil des Sandes in die Zwischenräume zwischen den Steinen und den Kieselsteinen im Glas rieseln zu lassen. Wieder fragte er: „Ist das Glas voll?“

„So wie wir Sie kennen, Professor, wahrscheinlich nicht“, antworteten die Studenten. Der Professor lächelte über ihre Antwort und holte einen kleinen Wasserkrug. Er goss soviel Wasser, wie noch hinein passte in das Glas voller Steine, Kieselsteine und Sand. Dann stellte er den Krug ab und sah seine Klasse an. „Was lehrt Euch das?“ er fragte seine Schüler.
„Egal wie voll Ihr Stundenplan ist,“ bot einer der Schüler an, „Sie können immer noch etwas mehr hineinpacken!“ Immerhin war es eine berühmte Business Schule. „Nein!“ donnerte der Professor nachdrücklich.

Was es zeigt ist, dass man, wenn man die großen Steine ins Glass hinein bekommen will, sie zuerst hineinsetzen muss.“ Es war eine Lektion Prioritäten.
Also, was sind die „großen Steine“ in Deinem „Glas“? Was ist am Wichtigsten, um in Dein Leben zu passen? Bitte stell sicher, dass Du zuerst die „Edelsteine“ einplanst, sonst kommst Du nie dazu, um sie in Deinen Tag zu integrieren.

Vers 5 aus dem Text „Die 37 Praktiken eines Bodhisattvas“
Wenn Freunde und Umgang mit solchen die drei Geistesgifte anwachsen lässt und die Aktivitäten von Zuhören, nachhaltig Überdenken und Meditieren verkommen, während Liebe und Mitgefühl zerstört werden:
solch schlechte Freunde und Gesellschaft aufzugeben ist die Praxis eines Bodhisattva.

Studienkurs Sa./So. 16./17.Mai 10 – 13.30 h

Dem Wunsch der Teilnehmer des Studienkurses und anderer Teilnehmer der Meditationsgruppen folgend wird der 4. Block des 1. Jahres vom 3-jährigen Studienkurs in einer abgewandelten und den Zeiten entsprechenden Form stattfinden.
Da zwei ganze Tage mit Online-studieren zuviel werden könnte, versuchen wir es erst einmal mit zwei halben Tagen.

Ablauf ist grob:

10 – 13.30 h mit jeweils 2 Sitzungen von je 1 1/2 Stunden Dauer mit halber Stunde Pause dazwischen.
Die Sitzungen bestehen aus abwechselnd Vortrag, eigener Reflektion oder Studium, Meditation und auch jeweils einer längeren Phase Dorje Sempa am Ende.

Da gerne auch andere aus dem Zentrum mitmachen würden, die nicht in dem laufenden Studienkurs sind, finde ich sinnvoll, wir beschäftigen uns noch einmal ausgiebig mit den Versen, die wir bis jetzt an den Meditationsabenden im Text von den 37 Praktiken eines Bodhisattvas durchgegangen sind. Der Kurs ist offen für alle, die sich dafür interessieren.
Es wäre wichtig und für alle hilfreich, wenn die Teilnehmer den Text haben und sich vorbereiten, indem sie nochmal die Verse durchgehen bzw. sie kennen.

Lama Yeshe Rinpoche meint, dass dies ein so wichtiger Text ist, dass man die Verse auswenig lernen sollte und versuchen, sie im Alltag wirklich umzusetzen.

Für Anmeldung, Texte und weitere Informationen schreibt mir (Ani Semchi) bitte.

Gemeinsam Chenrezig-Mantra rezitieren

täglich zwischen 12.30 und 13.30 h mindestens eine Mala (108) Chenrezig-Mantras.
Dies ist eine Möglichkeit beizutragen als Einzelner oder als Zentrum zur Unterstützung all derer, die unter der gegenwärtigen Situation leiden und dafür, dass Mitgefühl, Toleranz, Herzensgüte die Herzen aller Wesen erfüllen möge.
Mögen wir in der Lage sein, allen Wesen zu helfen.

Das Mantra von Chenrezig: OM MANI PEME HUNG


Um uns gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, laufen die Meditationsgruppen online weiter.
Wir treffen uns Montag und Mittwoch online. Es ist eine besondere und sehr schöne Erfahrung, gerade in diesen schwierigen Zeiten, die Verbindung untereinander zu spüren.
Hier der Link zu den Meditationsgruppen:
Montag treffen wir uns um 19:30 Uhr über diesen Link
https://us04web.zoom.us/j/552828670
Mittwoch treffen wir uns um 19:30 Uhr über diesen Link
https://us04web.zoom.us/j/969730958
Samstag morgens Die Praxis der Grünen Tara
7 – 8 Uhr über diesen Link
https://us04web.zoom.us/j/303774421?pwd=VlU5MVVlbVJHU2kwVGFodTloYVdsUT09

Bald kann das Zentrum vermutlich mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen wieder geöffnet werden.
Sicher freuen sich viele auf den persönlichen Kontakt, aber für während der letzten Wochen war auch sehr schön, dass Freunde, die zu weit weg wohnen, um teilzunehmen, eben über Zoom dabei sein konnten und die Verbundenheit mit der Gruppe zu spüren, gemeinsam zu lernen und zu meditieren.
Um herauszufinden, ob Interesse besteht, dies weiter zu führen bitte ich diejenigen von Euch, die gerne weiterhin Zoom-Meditationsgruppe machen wollen, sich bei mir zu melden.


Noch etwas zum Anschauen und mehr über Stupas zu erfahren:

Bau der großen Stupa in Samye-Ling ca. 20 min.
https://youtu.be/hxXJpE3ra3Q

Durch alles Positive, erzeugt durch diese Praxis, mögen alle negativen Geiseshaltungen überwunden werden,
und mögen alle Wesen befreit werden vom Ozean des Samsara, dem Kreislauf der Existenzen, aufgewühlt durch die Wellen von Alter, Krankeit, Geburt und Tod.


Ich freue mich über alle Kommentare und Anregungen für dieses Rundmail.
Bitte schickt Kommentare, Anregungen, Fragen etc. an meine E-Mail Addresse
Tanka_schnabel@hotmail.com oder an silvia.schwarzfeld@arcor.de.

Ani Semchi